Die Marineküstenbatterie Fjell in Norwegen

Original und Modell 

Von Dietmar Mühlhans

 

Historik:

Bei der MKB Fjell handelte es sich um einen Drillingsturm mit 28 cm Schiffsgeschützen SKC/34. Der Turm stammte vom Schlachtschiff Gneisenau. Nachdem das Schiff am 26 Juli 1942 im Hafen von Kiel durch Bombenangriffe schwere Beschädigungen erhalten hatte, wurden die zwei unbeschädigten Geschütztürme B und C geborgen und in den Marine-Küstenbatterien Örlandet und Fjell als landgestützte Einheiten wieder aufgestellt.

 

Gneisenau
Das Schlachtschiff "Gneisenau"

 

Die Planungen für die Batterien Fjell und deren Schwesterbatterie Örlandet/Austrat begannen im Herbst 1942. Hauptaufgabe der Geschütze  war der Schutz der Marinestützpunkte Trondheim und Bergen. Der Deckname für Batterie 4/507(Örlandet) lautete „Otto“, für Batterie 11/504 (Fjell) „Felix“. Bei beiden Standorten waren sehr aufwendige Spreng- und Bohrarbeiten in den felsigen Untergrund nötig, um die Türme samt Unterbau einbauen zu können. Beide Batterien hatten den gleichen Grundriss, allerdings hatte der Turm Cäsar in Örlandet nur fünf Stockwerke, während Turm Bruno in Fjell sechs Ebenen aufwies.

 

MKB Fjell
Der Turm in Fjell nach dem Einbau in den Drehkranz

 

Die Geschütze der Batterie Fjell konnten im Spätsommer 1943 eingeschossen werden. Bis zum Herbst des gleichen Jahres waren auch der vorgelagerte Leitstand für das 10mE-Meßgerät  und die 2cm Flakstellungen fertig gestellt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten die norwegischen Streitkräfte die Anlage in Fjell noch bis in die 1960er Jahre. Der Turm wurde in den sechziger Jahren abgebaut und verschrottet, während der Turm in Örlandet bis heute erhalten blieb. Die Bunkeranlagen sind bis heute erhalten geblieben und werden als Museum betrieben. Ein Turm ist jedoch nur noch in der Anlage „Örlandet“ vorhanden, dieser jedoch in einem sehr guten restaurierten Zustand. Beide MKB zählen heute zu den größten und am besten erhaltenen Bunkeranlagen des Atlantikwalles.

Die Batterie Fjell befand sich in der Nähe von Bergen und unterstand dem dortigen Festungskommando.


Fjell Bunker Heute
Der Geschützbunker-Heute Museumseingang

 

Technische Daten:

Bezeichnung: 28cm SK L/54,5 C/34 inDrehscheibenlafette C/28

Rohrgewicht: 52,25 t

Schussweite bei höchster (40°)Rohrerhöhung: 39,8km

Munition:

Panzersprenggranate: 330kg

Sprenggranate mit Kopfzünder: 315kg

Sprenggranate mit Bodenzünder: 330kg

Vo 890 m/sec.

 

Das Modell im Maßstab 1/35 entsteht:   

Bei dem hier von mir vorgestellten Modell, handelt es sich um einen sogenannten „Scratchbau“. Das heißt, dass alle benötigten Bauteile für dieses Modell selbstangefertigt wurden.

Für den Rohbau des Turmes wurde zunächst, nach Fotovorlagen und einem Plan für deutsche Schiffsausrüstung während des Zweiten Weltkrieges im Maßstab 1/50, einige Grundmaße auf den Maßstab 1/35 umgerechnet und auf Millimeterpapier übertragen. Das gleiche machte ich mit den Maßen für die Geschützrohre. Die Zeichnungen der Rohre gab ich an einen Modellbaukollegen der mir die Rohre dann, mittels einer ihm zur Verfügung stehenden CNC-Drehbank, aus Aluminium anfertigte.

Mit den Zeichnungen auf dem Millimeterpapier und einem Tonkarton erstellte ich Schablonen, die ich nutzte um die Formen auf Polystyrolplatten in verschiedener Stärke zu übertragen.

 

Drillingsturm-Rohbau
Rohbau des 28cm Drillingsturmes von links

 

Rohbau Drillingsturm
Rohbau des 28cm Drillingsturmes von rechts

 

Nach dem Abschluss der Rohbauarbeiten wurde von mir begonnen, Teile wie die Panzerhauben der Richtoptik, Hülsenauswürfe und Leitern, sowie die Betonpanzerung der Barbette in separaten Baugruppen anzufertigen. Hierbei wurden diese immer wieder, mittels Trockenanpassung, auf Ihren späteren Befestigungsort am Turm abgestimmt. Schließlich sollte es nicht beim endgültigen anbringen dieser Bauteile zu unliebsamen Überraschungen kommen. Die Panzerhauben der Optiken entstanden aus Plastik- und Aluminiumrundprofilen. Die Hülsenauswürfe wurden von mir aus Polystyrolplatten angefertigt.

Die beiden Leitern, welche am Originalturm rechts und links angebracht waren, wurden aus 0,75 mm Plastikkarte und 0,9mm Spritzenkanülen hergestellt.

 

Leiter und Richtoptik
Detailaufnahme der rechten Panzerhaube und Leiter

 

Aus Styrodur wurde der Rohling für die Betonpanzerung der Barbette aufgebaut. Dieser wurde, nachdem die Klebeverbindungen der Plattenschichten durchgetrocknet waren, in Form geschliffen. Am Original Panzerturm befand sich auf der Rückseite eine Panzertür, die den direkten Zugang zu den Geschützen von der Bunkerdecke aus ermöglichte. Im Modell wurde diese Panzertür aus 0,5 mm Plastikplatte zugeschnitten und angebracht. Die Scharniere der Tür entstanden aus Plastikprofilen. Den Türgriff fertigte ich aus einer Spritzenkanüle mit 0,55mm Durchmesser. Ebenfalls aus Plastikprofilen und 1 mm starker Plastikplatte wurden von mir die Verschlussblöcke der Optiken und deren Führungsschienen an der Frontseite des Modelles gefertigt.

 

28cm Drillingsturm
Das Modell des Geschützturmes vor dem lackieren

 

28cm Drillingsturm
Detailaufnahme mit einer Figur zum Größenvergleich

 

28cm Drillingsturm
Rückwärtige Panzertür mit Zugangstreppe

 

Die Figur auf den Bildern ist ebenfalls im Maßstab 1/35 und soll lediglich die Größe des Modelles verdeutlichen. Nach der Fertigstellung des Turmes wurde zur besseren Präsentation, auf einer extra angefertigten Dioramengrundplatte eine Landschaft modelliert und das Modell in dieser eingebettet.

 

Schlachtschiff Gneisenau
28cm Drillingsgeschützturm in der Dioramenplatte


Schlachtschiff Gneisenau
28cm Drillingsgeschützturm in der Dioramenplatte

 

Schlachtschiff Gneisenau
28cm Drillingsgeschützturm in der Dioramenplatte

 

Die Dioramengrundplatte hat ein Grundmaß von 66cm x 96cm. Das Modell wird als nächstes lackiert und gealtert werden.

 

Die Bilder des fertigen Modelles werden dann hier zu sehen sein!

 

 

 

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